„Der brennende Mann“ von Tad Williams

Ein aus Glaubensgründen verstoßener Reiherkönig verliebt sich und heiratet ein zweites Mal, womit er sich nicht nur eine treue Ehefrau sondern auch eine junge Stieftochter verschafft. Gemeinsam lebt die Familie in der Burg des Lords und sieht sich mit unheilverkündenden Liebschaften, verstrikten Glaubensdisputen und dunkler Magie konfrontiert.

Ein junges Mädchen ist den familiären Entscheidungen ihrer Mutter ausgeliefert und verfällt in ihrer jugendlichen Unschuld und Naivität der Zuneigung eines Mannes. Eine auf den ersten Blick eher schwächliche und hilfsbedürftige Protagonistin überrascht schlussendlich durch Entschlossenheit und Mut zu weitreichenden Handlungen. Lord Sulis, ein beeindruckender Herrscher und ihr Stiefvater, verfällt fast einer Art haltlosem Wahnsinn mitten im Strudel seines Glaubensdilemmas. Er folgt seinen eigenen Vorstellungen während er verzweifelt und ohne Rücksicht auf Verluste versucht den Sinn des Lebens zu erkennen. Tad Williams verlieh der Figur des Lords eine sehr tragische Aura, die den Leser augenblicklich erreicht und trotz Unverständnis berührt.

Als Erzählstil für seinen Begleitroman wählte der renommierte Fantasy-Autor die Ich-Perspektive. Die Stieftochter des Lord Sulis berichtet aus ihrer Sicht von jugendlichen Geschehnissen, ihrer früh verstorbenen Mutter und ihrer verbotenen und leidenschaftlichen Romanze zu einem Soldaten. Der kleine Roman hat die Stimmung und den Aufbau einer Sage und versetzt den Leser in die für die Handlung passende mystische und gedrückte Stimmung.

„Weil Liebe nicht berechnend ist, sondern Entscheidungen trifft und sich rückhaltlos dran hält.“

Seite 102

Fazit

Ich gebe zu, dass ich als großer Tad Williams Fan natürlich etwas befangen bin. Ich habe die „Osten-Ard“-Reihen verschlungen und mich anschließend wochenlang auf die Lektüre des kleinen Begleitbüchleins „Der brennende Mann“ gefreut. Ich habe eine andere Art von Roman erwartet und wurde mit einer sagenähnlichen gut strukturierten und düsteren Geschichte aus der Sicht einer jungen Frau überrascht.

„Der brennende Mann“ wird so spannend und schaurig schön erzählt, dass ich die Geschichte in einem Rutsch auslesen musste. Besonders mochte ich die düstere Atmosphäre und die anfänglich zerbrechlich und schwach wirkende Protagonistin sowie den verschrobenen Lord, der sich mehr und mehr in seinem eigenen Glaubensdilemma verstrickt. Dass, die sagenähnliche Erzählung mit einem eher untypischen und tragischen Ende ausgestattet wurde, trägt nur zu meiner positiven Meinung über den Roman bei.

(verfasst von Simone)

-> dieser Titel als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – Danke an Klett-Cotta!

Buchinformationen

Tad Williams - "Der brennende Mann", Klett-Cotta, 104 Seiten, ISBN 978-3608936964

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