„Crazy Rich Asians“ von Kevin Kwan

Die hübsche Rachel und ihr Freund Nick sind ein richtiges Dreamteam und packen die Gelegenheit beim Schopf die erste große gemeinsame Reise zu unternehmen als Nick´s Freund Colin vorhat in Singapur zu heiraten. Rachel ahnt nicht, dass ihr Freund aus einem elitären geschlossenen Kreis der Superreichen stammt und sie sich demnächst nicht nur mit gierigen Nebenbuhlerinnen sondern auch mit einer intriganten Schwiegermutter und Nicks herrischer Großmutter sowie mit ihrem eigenen großen Familiengeheimnis herumschlagen wird müssen…

Kevian Kwan lässt mehrere Personen parallel agieren und springt zwischen den jeweiligen Handlungen und Schauplätzen. Um ehrlich zu sein habe ich es irgendwann aufgegeben die Verbindungen und Verwandtschaften der Personen nachvollziehen zu wollen und den auf den ersten Seiten des Buches mitgelieferten Stammbaum ignoriert. Meiner Meinung nach ist es schier unmöglich sich die Verwandtschaftsgrade von Kwan´s Figuren zu merken und es stört nur den Lesefluss sich zu sehr an diesen Details zu verbeißen. Ich konnte den Geschehnissen des Buches auch ohne vollständiges Verständnis für den Familien-Clan wunderbar folgen.

Zum ersten Mal im Leben war Peik Lin einen Moment lang sprachlos. Sie sah Rachel sehr ernst an. „Ich habe keine Ahnung, wer diese Leute sind, aber eins kann ich dir sagen: Sie sind sicher reicher als Gott persönlich.“

Seite 181

Rachel ist zwar nicht superreich aber durchaus keine Durchschnittsfrau. Neben ihrer Attraktivität überzeugt sie durch ihre Natürlichkeit und ihren herausragenden Job als Professorin auf der Uni, den sie nur durch eigenen Fleiß und Ehrgeiz ergattern konnte. Rachel ist sehr verliebt in Nick, würde sich selbst und ihre eigenen Prinzipien jedoch für keinen Mann dieser Welt verleugnen. Nick ist in Hinblick auf seine Herkunft erfrischend normal und bodenständig und vor allem durch und durch vernarrt in seine Rachel, die er auf Händen trägt. Seine finanziellen Verhältnisse scheinen für den Anfangdreißiger von so geringer Bedeutung zu sein, dass er sich kaum vorstellen kann wie es für eine Außenstehende sein muss in diese schillernde und schwierige Welt einzutauchen und den Versuch zu starten Anschluss zu finden.

Achtung Spoiler

Meine Lieblingsfigur aus „Crazy Rich Asians“ ist eindeutig Astrid – Nick´s Cousine. Sie wird von Kevin Kwan als faszinierend schöne Modeikone dargestellt, die sich auf Grund der Liebe zu ihrem Ehemann Michael für ein Leben in einer verhältnismäßig (zumindest in Anbetracht ihres unermesslichen Reichtums) kleinen Wohnung entscheidet. Michael ist ein stolzer Mann, der den Lebensunterhalt seiner jungen Familie selbst bestreiten und ohne die Milliarden seiner Schwiegereltern auskommen möchte. Michael, Astrid und Cassian leben daher (zum großen Unverständnis) der anderen Familienmitglieder nicht in dekadenten sondern eher in wohlsituierten Verhälnissen. Ich bewundere Michael für seinen Entschlossenheit sich selbst und den eigenen Lebenszielen und -vorstellungen treu zu bleiben und trotz (oder gerade wegen) den grenzenloser Verlockungen nicht nachzugeben und sich selbst dabei zu verlieren. Die Ehe scheint unter den schwierigen Verhältnissen – dem Aufprall zwei völlig konträrer Welten zu scheitern und Michael gibt klein bei und die Beziehung zu Astrid auf. Astrid liebt ihren Ehemann und ihren gemeinsamen Sohn Cassian jedoch über alles und wird die Ehe und ihre große Liebe nicht kampflos aufgeben.

Fazit

Aufschlussreich waren für mich vor allem die Passagen bezüglich des unermesslichen Reichtums der behandelten Familien. Die grenzenlosen finanziellen Möglichkeiten der Milliardäre werden von Kevin Kwan wirklich genial beschrieben und in Szene gesetzt. Die Dekadenz scheint hier alles bisher (aus Medien) bekannte in den Schatten zu stellen. Es ist für mich unvorstellbar wie die Milliardäre dieser Welt Immobilien kaufen wie ein Normalverdiener morgens zum Bäcker geht – gerade deshalb war das Buch für mich wohl interessant und kurzweilig.

Die optische Aufmachung von „Crazy Rich Asians“ ist in meinen Augen wirklich ausgesprochen gut gelungen. Entsprechend den schillernden Superreichen passt das verrückte und extravagante Cover und (das besonders weiche) Material des Buches wirklich ausgezeichnet.

Grundsätzlich stellt Kevin Kwan Bestseller keine besonders exotische Story dar, sondern fügt ein bisher tausendfach behandeltes Thema (–> normales Mädchen weiß nichts davon, dass ihr Geliebter nicht nur unglaublich attraktiv sondern auch superreich ist..) in die schillernde Welt Singapurs. Meiner Meinung nach macht gerade das Setting der dekadenten Millionenstadt und die Tatsache, dass es sich nicht um eine (einfach „nur“) reiche sondern um eine für einen normalen Menschen fast nicht begreifbar vermögende Familie handelt, den Erfolg und die Neuartigkeit des Buches aus.

„Eine Amerikanerin? Das würde Nicky doch nie tun. Deine Informationen sind immer ta pah kay!“

„Was soll das denn heißen?“, empörte sich Daisy. „Meine Informationen sind überhaupt nicht ta pah kay, ich habe das aus absolut zuverlässiger Quelle. Außerdem ist sie angeblich Chinesin“

Seite 35

„‚Crazy Rich Asians“ ist eine unterhalsame Skandalgeschichte a lá Gossip Girl und Co, verstrickt mit Intrigen, Betrug und unermesslicher Dekadenz und nur in Bezug auf die zahlreichen Figuren und Paralellhandlungen anspruchsvoll. Ich kann mich nicht erinnern jemals so oft den Kopf beim Lesen eines Buches vor Verblüffung geschüttelt zu haben 😉 – einige amüsante und faszinierende Lesestunden sind während der Lektüre garantiert. (Ich bin so neugierig an dem weiteren Verlauf der Story, dass ich die nachfolgenden Bände „Crazy Rich Girlfriend“ und „Crazy Rich Problems“ der Trilogie bestimmt auch lesen werde (müssen ;)..)

(verfasst von Simone)

-> dieser Titel als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – Danke an den Verlag Kein & Aber!

Buchinformationen

Kevin Kwan - "Crazy Rich Asians", Kein & Aber, 576 Seiten, ISBN-13: 978-3-0369-5797-5

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