„Wurfschatten“ von Simone Lappert

Wenn verzerrende Ängste und der potenzielle Tod seit Jahren zu den ständigen Begleitern einer Schauspielerin gehören, hinterlässt das Spuren und beeinflusst jegliches Handeln und Tun. Adas Leben scheint dominiert von ihren Angstzuständen und ohne Platz für einen Menschen – oder täuscht sich die junge Frau?

Bei „Wurfschatten“ handelt es sich um den Erstling einer Autorin, die ein großes Talent für einen ungewöhnlichen Schreibstil aufweist und mit einigen beschreibenden und Gefühl vermittelnden Sätzen besticht. Simone Lappert liefert mit diesem Roman keine klischeehafte Geschichte und verleiht ihrem Roman mit großer Empathie für ihre Figuren so viele Ecken und Kanten, dass sie wie direkt aus dem Leben gegriffen scheint.

Ada ist eine junge und talentierte Schauspielerin, die tagein tagaus durch ihre Ängste dominiert wird und ständig neue Szenarien für einen möglichen eigenen Tod ersinnt. Ada ist es seit ihrer Kindheit fast unmöglich zu schlafen, in den Nächten sind ihre Horrorvorstellungen auf Grund fehlender Ablenkung für sie real und allgegenwärtig. IhreFreunde und Kolelgen wissen von ihrer Skurrilität, aber nicht, dass es sich bei Ada um eine Frau mit krankhaften Angstzuständen handelt. Simone Lappert stattet ihre Protagonistin mit einem komplexen Charakter aus, der den Leser nicht nur einmal mit seiner Vielseitigkeit und unvohergesehenen, aber dennoch plausiblen, Facetten überrascht.

Juri verschlägt es durch einen Schicksalsschlag in Adas Wohnung und er wird zu ihrem Mitbewohner. Ada versucht den jungen Mann mit allen Mitteln aus ihrem kleinen Reich zu vertreiben. Währenddessen wundert sie sich nicht nur über die Vielzahl weiblicher Bekanntschaften ihres WG-Mitglieds sondern auch über seine Standhaftigkeit und Ignoranz gegenüber ihren Attacken. Juri ist eine interessante Figur und weist mehr Tiefe und Ernsthaftigkeit auf als es auf den ersten Blick scheint.

Fazit

Ich gebe zu „Wurfschatten“ und ich hatten einen etwas schwierigen Einstieg. Wer bereits „Der Sprung“ von der jungen Erfolgsautorin gelesen hat, geht nicht ganz ohne Erwartungen an die Lektüre ihres Erstlingswerks. Dieser Roman ist sehr viel skurriler und weniger mainstream als „Der Sprung“ und bedarf einer gewissen Aufgeschlossenheit des Lesers. Es hat doch mehrere Seiten gedauert bis ich mich in den Roman fühlen und Verständnis für die Protagonistin emfpinden konnte. Simone Lapperts skurriler Stil in diesem Roman erinnert mich ein Stück weit an eine meiner Lieblingsautorinnen Amalie Nothomb, die Meisterin der fabelartigen Belletristik mit einen Faible für bizarre und befremdliche Charaktere. Erst zurechtgefunden in Simone Lapperts Geschichte von Ada, die für sich und ihre Ängste noch ihren Platz in der Welt zu suchen scheint, fesselt der Roman und lässt auf ein gutes Ende für die junge Schauspielerin hoffen. Dieser Roman ist für „Nothomb-Fans“ und Leser, die Unerwartetes lieben, bestens geeignet.

(verfasst von Simone)

Danke an den Diogenes Verlag für die großzügige Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Buchinformationen

Simone Lappert – „Wurfschatten“, Diogenes Verlag, 256 Seiten, ISBN: 978-3-257-24525-7

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